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COMPUTERTRAUMA! Ein Krankheitsbild unserer Zeit?
Nie war er so wertvoll wie heute.
Nie war er aber auch so nachtragend wie heute: Der Computer. "Er" hat ein Krankheitsbild geprägt, dem, wie ich meine, der Name "Computertrauma" wohl am ehesten gerecht wird. Hauptbetroffen sind die in der Datenverarbeitung Tätigen, die tagtäglich den Kampf mit dem Keyboard gegen den scheinbar unersättlichen Computer zu bestehen haben. Das Übel, das der Computer anrichten kann, hat weltweit viele Namen. In den USA ist dieses Phänomen unter dem Begriff CTD (Cumulative Trauma Disorder) bekannt. Hierbei werden auch verschiedene andere, berufsbedingte Skelettmuskelerkrankungen eingeschlossen. In Japan ist dieses Problem unter dem Kürzel OCD (Occupational Cervicobrachial Disorder) zu Ehren gekommen, übersetzt bedeutet dies berufsbedingte Nacken-Arm-Krankheit. Die Australier nennen dieses Krankheitsbild RSI (Repetitive Strain Injury): Verletzungen durch sich ständig wiederholende Muskelanspannung. Dieser Begriff - RSI - hat sich auch in Deutschland durchgesetzt. Welche Erkrankung verbirgt sich nun hinter diesen verwirrenden Kürzeln? So ganz genau ist dieses Problem nicht zu definieren. Die Betroffenen geben als ein Hauptsymptom Schmerz an. Weiter nachgefragt, ein tiefes, nachhaltiges Brennen, auch eine Art elektrisierende Berührungsempfindlichkeit. Weiterhin Taubheitsgefühl, kribbelnde Finger, Füllegefühl in den Armen, harte, verspannte Arme und Verspannungen im Schulter - Nacken - Bereich. Ob bei der Tastaturarbeit Verletzungen initiiert werden oder Freie-Radikale am Werk sind oder ständige "Dauerhypoxie" (Sauerstoffarmut) die Muskulatur attakiert, wird noch zu klären sein. Auch stellt sich die Frage, ob hier zeitweise eine Tendenz zur "Anoxie" (totaler O2 - 2 Mangel) besteht, die mit einer möglichen Neuronenschädigung korreliert. (Willi Ehrlich 2004 hat es mich voll erwischt und erst jetzt habe ich die Lösung!)
Bei den Betroffenen, die oft stundenlang am Computer arbeiten und ständig in gleicher Körper- sowie Armhaltung ihre Tätigkeit verrichten, kann dies zu einer raschen Ermüdung der Muskulatur führen (Leerung der Energiespeicher und Anhäufung von Stoffwechselprodukten – Milchsäure u. a. -); denn bei dieser Tätigkeit am Keyboard (Tastatur) wird statische Haltearbeit mit dynamischer Bewegung kombiniert. Bei diesen sog. Kombinationsbelastungen kommt es zu einer Diskrepanz zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot im Muskel. Wenn nun die Kontraktionskraft (Anspannungskraft bei statischer Belastung) des Muskels etwa 5 bis 10 % seiner Maximalkraft übersteigt, ergeben sich hieraus schon Probleme für die Muskeldurchblutung. Kommt zu dieser statischen Belastung nun auch eine dynamische Belastung, wie z.B. das Tippen auf der Tastatur eines Computers, kann der intramuskuläre Druck höher werden als der Kapillardruck. Das heißt: Kleinste Blutgefäße werden so sehr eingeengt, daß teilweise keine Durchblutung mehr stattfindet. Dies führt zu einer anaeroben Energiegewinnung der Muskulatur, also einer Nährstoffverbrennung unter akutem Sauerstoffmangel mit intramuskulärer Lactatbildung (Milchsäure). Ein Muskel ist durchaus in der Lage die anaerobe Energiegewinnung zu überbrücken, dies ist aber zeitlich begrenzt. Bei sehr intensiven Belastungen liegt dies zwischen 15 und 20 Sekunden. Da bei Kombinationsblastungen ständig ein Teil der Energiegewinnung des Muskels anaerob erfolgt, wird der Muskel mit Stoffwechselprodukten überschwemmt. Der Muskel braucht jetzt genügend Zeit, um diese Produkte zu eliminieren. Es muß ein ständiges Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung im Muskel stattfinden, denn in der Erschlaffungsphase werden die Stoffwechselprodukte eliminiert und frische Energieträger und Sauerstoff werden zugeführt. Bei der Arbeit am Computer wird diese Entspannungsphase ständig vernachlässigt und somit kommt es zu Störungen im Stoffwechselgleichgewicht des Muskels. Auch kann es zu Störungen der inter- und intramuskulären Koordination auch der unterschiedlichen Muskelfasertypen führen. Es ist bekannt, daß die Skelettmuskulatur aus zwei Muskelfasertypen besteht. Zum einen sind dies die roten Typ I- Fasern, die für die "langsame Bewegung und die statische Haltearbeit eingesetzt werden, und die weißen Typ II-Fasern,die der Schnellkraft dienen. Den Typ II- Fasern, die man in II-a, II-b und II-c Fasern unterteilen kann rechnet man einen sog. Intermediären Typen zu. In den einzelnen Muskeln ist die prozentuale Verteilung der Fasertypen I und II recht unterschiedlich. In einem quer durchschnittenen Muskel zeigt die Verteilung eine Art Mosaikmuster. Die permanente Belastung, also das "unermüdliche" Tippen auf der Tastatur, setzt sich aus zwei Belastungsmustern zusammen. Zum einen ist es die statische Haltearbeit der Arme und zum anderen die schnelle Bewegung der Finger. Hierbei handelt es sich um eine zuvor angesprochene Kombinationsbelastung. Diese Art der Belastung kommt auch bei vielen ähnlichen Tätigkeiten zum Tragen. Beispielsweise beim Stricken, Häkeln, Knüpfen usw.. Hier liegen Tätigkeiten vor, die nicht durch übermäßige Kraftleistungen gekennzeichnet sind. Wird der Muskulatur nun neben der Haltearbeit eine größere Kraftleistung abverlangt, wie z. B. Tennisspielen, Hämmern, Bohren, Schrauben eindrehen, Bügeln usw. kann sich daraus sogar ein sog. Tennisarm* entwickeln. Denn die Belastung für den Muskelstoffwechsel ist ähnlich - aber die größere Kraftleistung bestimmt letztendlich Art und Umfang des Traumas. Werden diese Belastungen nun längere Zeit durchgeführt, ohne die für den Muskel so wichtigen Erholungsphasen, ist eine physiologische (natürliche) Verbrennung der zugeführten Nährstoffe nicht mehr gewährleistet. Die anaerobe Phase beginnt! Betrachten wir diesen Zustand im übertragenen Sinne bei einem Ofen, so würde dies mit "Qualmen" definiert und es würde sich Ruß an seinen Wänden niederschlagen. Wenn die Muskulatur der Arme und des Schultergürtels nun mit Stoffwechselzwischen- und -endprodukten überladen ist, entwickelt sich zunächst ein Hartspann mit zum Teil schon erheblichen Schmerzen. Wer zu diesem Zeitpunkt seine Arbeitsweise nicht verändert, wird sein "Computertrauma" mit Sicherheit erleben. Was ist nun unter einem Hartspann zu verstehen?
Es ist bekannt, daß durch Blockierung des aktiven Na+ Ionen Transportes bei Unterbrechung der energieliefernden Stoffwechselprozesse durch O2 Mangel, durch Substratverarmung, durch Noxen oder durch Kälte die Na+ Ionen so lange in das Zellinnere einströmen bis ein Konzentrationsausgleich mit der extrazellulären Flüssigkeit erreicht ist. Da aber das Kalium nicht mehr in der normalen, hohen Konzentration in der Zelle gehalten werden kann, führt dies zu einer Verminderung der elektrischen Membranladung der Zelle. Damit geht die Sperrfunktion für den Cl- - Ionen Einstrom verloren. Nun dringt NaCl in die Zelle ein, Wasser strömt nach und es kommt zum Anschwellen der Zelle (Hemmung der Na+/K+ Pumpe! Deetjen 1990). Diese Zustandsbeschreibung gilt für eine einzelne Zelle. Ein Muskel besteht aber aus tausenden von Zellen. Tritt dieses Problem nun in einer ganzen Muskelgruppe auf, wird der sog. Hartspann nach größeren Belastungen schon erklärbar. Ebenso das häufig beschriebene "Füllegefühl" im Muskel wird nun auch verständlicher. Dieser Hartspann ist aber nicht gleichzusetzen mit dem Hartspann, der sich z.B. bei einem sog. Hexenschuß, durch ständige Nervenwurzelkompression als Schutzspannung aufbaut. Was kann nun getan werden, um diesem leidvollen Ereignisvorzubeugen? Zunächst sollte die Sitzposition am Arbeitsplatz überprüft werden. Sitzhöhe, Entfernung zu Tastatur und Bildschirm. Die Wirbelsäule sollte im LWS- Bereich gut abgestützt sein, damit ein entspanntes Arbeiten möglich ist. Die Tastatur ergonomisch. Jede Stunde eine mindestens 5-minütige Pause, die mit leichten Dehnungsübungen der Halsmuskulatur, der Brustmuskulatur und der Arme einhergehen sollte. Keinesfalls mehr als 5 Stunden täglich vor der Tastatur sitzen. Wer sehr viel mit der Maus arbeiten muß, sollte in Erwägung ziehen, diese gegen einen Track Ball auszutauschen; denn wer mit dem Track-Ball arbeitet, hat die Mögichkeit, den Unterarm noch besser auf einer geeigneten Unterlage abzustützen. Beim Track-Ball sitzt die Kugel oben und kann mit dem Daumen bedient werden. Dies ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Neueren Informationen zufolge liefen gegen zwei Computerhersteller in den USA viele Klagen, die sich gegen die Keyboards richteten, weil diese angeblich Gelenk- und Nervenerkrankungen an den Armen hervorriefen. Nun gingen diese Hersteller dazu über, ab Herbst `94 ihre Keyboards mit Warnaufklebern zu versehen. Motto: "Zu langes Tippen auf der Tastatur gefährdet ihre Gesundheit". Dies nur nebenbei. Was können nun diejenigen tun, die das Schicksal bereits ereilt hat? Wenn das Computertrauma sich noch im Vorstadium befindet, das heißt, die Beschwerden klingen nach einigen Stunden bzw. über Nacht wieder ab, können die Betroffenen mit Wechselarmbädern und Dehnungsübungen der betroffenen Muskeln Schlimmeres verhüten. Hierbei dürfen die zuvor angesprochenen, vorbeugenden Maßnahmen allerdings nicht mißachtet werden. Liegt nun der "Fall der Fälle" vor, das heißt, ein Dauerschmerz hat sich eingestellt, müssen die Betroffenen sich schnellstens auf "Tastaturabstinenz" einstellen. Mittlerweile hat sich herausgestellt, daß muskelentspannende und entzündungshemmende Medikamente hier kaum Abhilfe schaffen. Da die Muskulatur mit "Altlasten" (Stoffwechselrückständen) hoffnungslos überladen ist, muß hier die Entsorgung im Vordergrund stehen. PROPHYLAXE ist das Stichwort und dafür gibt es BIOTIVIA.
Herzmuskelentzündung: Die unterschätzte Gefahr Sport ist gesund und stärkt das Herz - aber nur, wenn der Körper fit ist. Nach einer Grippe oder Virusinfektion sollten Sportler langsam ins Training zurückkehren. Sonst droht eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis), die tödlich enden kann. Wer nach einem Virusinfekt noch nicht wieder fit ist, verzichtet besser auf Sport. Mindestens drei bis vier Tage sollten Sportler nach einer Virusinfektion völlig symptomfrei sein. «Die Herzmuskelentzündung tritt häufiger auf als man denkt», sagt Prof. Hans-Georg Predel, Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Und sie bleibt oft unbemerkt. «Studien haben gezeigt, dass viele Betroffene die Erkrankung überhaupt nicht wahrnehmen.»
Unklare Symptome Ob Grippe, Erkältung oder auch Viruserkrankungen wie Röteln, Masern, Hepatitis oder Windpocken: Steckt der Körper voller Viren, können sich die kleinen Erreger bis zum Herz verbreiten. Theoretisch kann das immer passieren. Doch Belastung erhöht die Gefahr, dass sich der Herzmuskel entzündet.
Fast fünf Prozent der Todesfälle junger Athleten sind Folge einer Myokarditis. «Ein großes gesundheitliches Risiko ist die vorschnelle Wiederbelastung», warnt Prof. Hans-Joachim Trappe von der Ruhr-Universität Bochum. «Wenn man sich nach einem Infekt nur langsam erholt und eine unklare Leistungsabnahme auftritt, kann das ein Hinweis darauf sein, dass das Herz in seiner Funktion gestört ist.»
Körper genau beobachten Die Symptome sind dabei oft nur schwer von den Beschwerden der Ursprungserkrankung zu unterscheiden. «Man muss den Körper genau beobachten», sagt Willi Ehrlich.
Hinweise auf eine Myokarditis können starke Müdigkeit, Herz-Rhythmusstörungen, hohe Pulswerte oder Brustschmerzen sein. «Zögern Sie in diesem Falle nicht, sofort zum Arzt zu gehen», sagt Prof. Eckart Fleck, Direktor der Kardiologie am Deutschen Herzzentrum in Berlin.
Auch alle Beschwerden, die beim Sport neu auftreten oder sich bei sportlicher Aktivität verstärken, müssen ernst genommen und abgeklärt werden.
Medikamente nicht vorschnell absetzen Die meisten Fälle einer Herzmuskelentzündung bleiben tatsächlich unentdeckt. Die Erkrankung verheilt von selbst, ohne zwangsläufig Folgeschäden zu bewirken. Ein kleiner Schnupfen muss nicht gleich das Trainings-Aus bedeuten: «Gehen Sie es einfach etwas langsamer an», rät Predel. Eine Grippe sollte hingegen ordentlich auskuriert werden.
Ganz wichtig: Medikamente immer nach Arztempfehlung und Packungsanleitung anwenden und nicht vorschnell absetzen. Wer trotz Erkältung nicht mit dem Training aussetzen möchte, sollte sich unbedingt durchchecken lassen.
Nur schwer zu diagnostizieren Doch auch der Arzt kann eine Herzmuskelentzündung häufig nur schwer feststellen: «Es gibt kein Verfahren, das jede Myokarditis sofort entdecken lässt», sagt Fleck.
Basisuntersuchung ist ein Ultraschall, mit dem Veränderungen am Herzmuskel gesichtet werden können, oft geben auch die Blutuntersuchung und das EKG Aufschluss. Das beste Verfahren sei die Magnetresonanztomographie. «Aber auch hier gibt es letztendlich keine 100-prozentige Sicherheit.»
Ruhe und Erholung Ruhe und Erholung sind im Zweifel die beste Medizin: «Ist das Herz entzündet, muss es stark entlastet werden.» Statt Laufschuhe gebe es drei bis vier Wochen Sofa und Bettruhe auf Rezept und natürlich entsprechende Medikamente, sagt Fleck.
Zur Risikogruppe für eine Herzmuskelentzündung gehören alle Menschen ab 35 Jahren. «Hinzu kommen Faktoren wie Übergewicht, Diabetes, Bewegungsmangel, Rauchen, Bluthochdruck und angeborene Veränderungen des Herzmuskels», erklärt Willi Ehrlich.
Kostenlosen Gesundheitscheck nutzen Wer jetzt zum Frühjahr ins Fitnessprogramm einsteigen möchte, sollte sich beim Hausarzt einmal gründlich untersuchen lassen, rät Kardiologe Trappe: «In Deutschland wird jedem, der über 35 Jahre alt ist, ein Gesundheits-Check-up angeboten, dessen Kosten die Krankenkassen übernehmen.»
Wer mehrere Risikofaktoren vereint, sollte zudem ein Ruhe- und Belastungs-EKG durchführen lassen und die eigenen sportlichen Grenzen achten. Das sei die Voraussetzung dafür, dass man sich nicht durch Überlastung gefährdet.
Starke Muskeln stärken auch das Abwehrsystem!
Vor welchen Krankheiten schützen starke Muskeln?
Willi Ehrlich: „Durch ein moderates Krafttraining wird Erkrankungen wie Übergewicht, Osteoporose, Arteriosklerose, Bluthochdruck und Diabetes Typ II vorgebeugt und Schäden teilweise repariert. Rückenschmerzen , auch Beschwerden nach Bandscheibenvorfällen lassen sich durch Muskelaufbautraining lindern oder beseitigen. Gleiches gilt für Beschwerden durch Haltungsfehler und für den Spannungskopfschmerz. Eine gute Muskelkraft und Koordination beugen zusätzlich der Sturzgefahr vor und erhalten die Autonomie im Alter – hier ist Kraft häufig wichtiger als Ausdauer.“
Ist Muskeltraining nicht unnatürlich?
Willi Ehrlich: „Nein. Der menschliche Körper ist seit vielen 100000 Jahren auf körperliche Anstrengungen geeicht. Bei langen Märschen zur Nahrungssuche, bei Sprints auf der Jagd. Das erforderte ständige Muskelarbeit. Unnatürlich ist die heutige sitzende Lebensweise. Wer Muskeln nicht trainiert, verzichtet auf viele gesunde Effekte. Muskeln verbrennen Zucker und Fette und sie schütten, wie man gerade herausfindet, viele Botenstoffe aus. Die beeinflussen Stoffwechsel und Immunsystem positiv.“
Wie funktioniert Muskelaufbau durch Krafttraining?
Willi Ehrlich: „Durch hohe Belastungen der Muskulatur entstehen kleine Risse in der Muskelfaser. Diese sogenannten Mikrotraumata regen die Muskulatur zum Wachstum an. Besonders intensiv sind die winzigen Verletzungen bei exzentrischem Training, also der Streckung der Muskulatur wie beim In-die-Knie-Gehen einer Kniebeuge.“
Reicht zum Abnehmen ein Ausdauertraining, wie Joggen, oder sollte zusätzlich die Kraft trainiert werden?
Willi Ehrlich: „Beim Ausdauertraining wird häufig zu wenig Muskelmasse aufgebaut. Muskeln sind mit Abstand das größte Stoffwechselorgan des Körpers – mehr Muskelmasse bedeutet größeren Energieumsatz, sogar im Ruhezustand. Wichtig: Die Gewichtsabnahme nicht durch den Blick auf die Waage beurteilen. Denn Muskeln wiegen mehr als Fett. Werden sie aufgebaut, kann das Gewicht stagnieren, trotzdem sieht man schlanker aus.“
Werden für bestimmte Leiden spezifische Übungen empfohlen?
Willi Ehrlich: „Bei Osteoporose sind moderate Sprung- oder Stoßbelastungen in Kombination mit einem Kraft- und Koordinationstraining empfehlenswert. Bei Arthrose hingegen sollten Stoßbelastungen vermieden werden, hier sind eher gelenkschonende Kräftigungsübungen von Vorteil, wie Ergometertraining. Rückenschmerzen und Haltungsfehler werden durch eine Kräftigung der Rückenmuskulatur gelindert.“
Gilt beim Krafttraining: viel hilft viel?
Willi Ehrlich: „Nein. Liegt das Reizniveau zu hoch, zum Beispiel bei zu hohen Einzelgewichten oder zu vielen Wiederholungen, reagiert der Körper mit Leistungsverschlechterung, Überlastungsschäden oder einer Verletzung. Analysen bestätigen, dass durch Trainingsprogramme mit einer Häufigkeit von zwei bis vier Einheiten pro Woche größere Steigerungen der Maximalkraft zu erzielen sind als durch häufigeres Krafttraining.“
Warum brauchen Muskeln eine Ruhepause?
Willi Ehrlich: „Der muskelaufbauende Effekt findet nur in der Ruhephase statt. Zwischen zwei Trainingseinheiten im Kraftraum sollten mindestens 48 Stunden Pause liegen. Belastet man sich zu früh erneut, haben die beanspruchten Systeme noch nicht ihr Ausgangsniveau erreicht, um erneute Trainingsreize verarbeiten zu können.“
Was kann ich gegen Muskelkater tun?
Willi Ehrlich: „Auf keinen Fall zu intensiv trainieren oder der alten Regel folgen, noch einmal die gleiche Übung zu machen. Besser, um den Muskelkater schnell wieder loszuwerden, auf leichte, dynamische Bewegungen, zum Beispiel leichtes Joggen oder Fahrradfahren, ausweichen.“
Wie lautet die optimale Trainingsformel für Anfänger?
Willi Ehrlich: „Zunächst sollen die Übungen erlernt und sorgfältig ohne hohe Last ausgeführt werden. Anfangs einmal wöchentlich trainieren, dabei drei- bis fünfmal 12 bis 15 Wiederholungen. Zuerst mit 50 Prozent und dann bis zu 70 Prozent der Maximalkraft. Als nächstes dann auf zwei Trainingseinheiten pro Woche steigern.“
Woran erkenne ich ein gutes Fitnessstudio?
Willi Ehrlich: „An der Art der Betreuung. Wichtig ist ein Gespräch beim Neu- oder Wiedereinstieg, um Fragen und gesundheitliche Probleme abzuklären. Vor dem ersten Training müssen Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit getestet werden. Das individuell erstellte Programm sollte zudem während der ersten Male begleitet werden.“
Krafttraining ist oftmals monoton – wie kann man es spannender gestalten?
Willi Ehrlich: „Manchmal genügt schon Musik während des Trainings. Oder der Besuch von Kursen: zum Beispiel ,Pump‘ – Aerobic mit Gewichten. Auch Step-Aerobic, Pilates oder Tae Bo haben viele kräftigende Elemente.“
Unterscheidet sich Krafttraining für Männer von dem für Frauen?
Willi Ehrlich: „Nein. Männer erzielen lediglich bessere Effekte, was hauptsächlich am Testosteron liegt.“
Worauf sollte bei Krafttraining im Alter geachtet werden?
Willi Ehrlich: „Wichtig ist, den Körper nicht völlig auszupowern, immer ein paar Wiederholungen weniger machen als möglich wären. Sonst kann der Blutdruck zu stark ansteigen. Optimal ist ein halbstündiges Zirkeltraining mit Ausdauerelementen dreimal pro Woche.“
Gibt es neue effektive Methoden zum schnelleren Muskelaufbau?
Willi Ehrlich: „Neuartige Trainingsmethoden wie Elektrostimulation und schnelle Vibrationen bauen zwar Muskeln auf, trainieren jedoch nur unzureichend die Koordination. Das heißt, sie lassen sich nicht gut gezielt anspannen und in einen Gesamtbewegungsablauf eingliedern. Solche Methoden sind als Variation zum herkömmlichen Krafttraining geeignet, ersetzen es aber nicht.“
Wie sieht eine optimale Ernährung zum Muskelaufbau aus?
Willi Ehrlich: „Eine ausgewogene Ernährung, etwa mit Kohlenhydraten aus Vollkorn und ungesättigten Fettsäuren aus Pflanzenölen. Abzuraten ist von einer reinen Eiweißkost oder sehr hohen Eiweißzufuhr zum Muskelaufbau, da dies langfristig die Niere belasten kann.“ Ihr Willi@Ehrlich.TV
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